Band 3: Das Auto erobert eine Stadt

Briefkopf
Der Briefkopf der Westfälischen Automobilwerke Feldmann zeigt das 1906/07 gebaute Fabrikgebäude am Westenhellweg und rechts das Geschäftshaus Wiesenstraße 3.

Der dritte Band erschien ein Jahr nach dem zweiten in der Westfälischen Verlagsbuchhandlung Mocker & Jahn, Soest, und war mit diesem Spezialthema nur möglich geworden, weil Anfang der 1980er Jahre sehr viele Fotomotive aus Privatbesitz in die Fotosammlung des Stadtarchivs übernommen werden konnten.
Von den ersten Autos in Soest bis heute ist das Verhältnis der Soester zu diesem Gefährt ein ambivalentes. Der mittelalterliche Stadtgrundriss ist nicht für Autos geschaffen. Das Verhältnis beider miteinander erträglich zu gestalten, ist ein kaum lösbares Problem. In der Brust eines jeden Soesters wohnen zugleich die Seelen eines Autofahrers, Parkers, Fußgängers und Radfahrers und streiten unentwegt miteinander.
Das Auto hat die Städte erobert. Dies geschah nicht in einer Haupt- und Staatsaktion, und dennoch hat das Auto die geographische, politische, soziale, wirtschaftliche und ökologische Landschaft stärker verändert, als es sich die Pioniere jemals hätten vorstellen können.
Der weitaus größte Teil dieses Bandes ist der Motorisierung, dem Automobil, dem Straßenbau und dem technischen Fortschritt in der Landwirtschaft gewidmet. Soweit aber zum Thema "Technik in Soest für die Soester" Dokumente gefunden werden konnten, sind sie gleichermaßen als Vorspann zum Hauptthema abgedruckt worden. Denn nicht nur das Auto hat die Welt und das Leben der Soester verändert: Elektrizität, Telefon und Radio, Schreibmaschine, Rotationsdruck und Flugzeug gingen am Beginn des 20. Jahrhunderts auch an Soest nicht vorüber.
Dieser Dokumentationsband bietet gleichermaßen Unterhaltung wie Belehrung. Er enthält eine Reihe kurzer Firmengeschichten wie überhaupt vieles bisher Unbekannte zur Soester Wirtschafts-, Gewerbe- und Industriegeschichte.

    
Zur Schlepper-Ausstellung der Firma Heinert 1927 gehörten auch eisenbereifte 28 PS-Ackerschlepper, die hier auf dem Markt vor dem Gasthof Gommen (heute Im Wilden Mann) und der Markthalle Soest (Heute Buchhandlung Weihs) Aufstellung genommen haben. (Foto: Dülberg im Stadtarchiv Soest.)      1927 stehen vor den Häusern Marktstraße 8 bis 14 etliche Exemplare des 10 PS Hanomag-Kleinwagens, im Volksmund genannt "Kommissbrot". Sie wurden angeboten von der Firma Rosenthal & Rustemeier, Marktstraße 12. (Foto: Dülberg im Stadtarchiv Soest.)

Die Hauptkapitel sind:
Flugzeug und Zeppelin; Die Informationen beginnen zu fluten; Von der sauberen zur rein-weißen Wäsche; Energie durch Draht und Rohr in jedes Haus; Das Auto erobert Soest; Das Auto zum Geldverdienen; Post und Eisenbahn mit dem Automobil; Der Fuhrpark der Stadtverwaltung wird modernisiert; Technisierung und Motorisierung der Landwirtschaft in der Soester Börde.
Überraschend war die Entdeckung der Soester Autofabrik Feldmann, die ab 1906 zumindest bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 eigene Automodelle vermutlich aus Bauteilen anderer Automobilfabriken produzierte.
Dieser Band enthält auf 294 Seiten 362 Abbildungen und ist unter der ISBN 3-87902-210-0 im Buchhandel erhältlich.

    
Taxen, Privatautos und Postomnibusse vor dem Soester Bahnhof um 1930. (Foto: Dülberg im Stadtarchiv Soest.)      Vor dem Geschäft des "Hauderers" (Taxiunternehmers und Autoverleihers), der auch mit Autozubehör handelte, Edmund Kupke, Thomästraße 15, Ecke Kolkstraße, 1927. (Foto: Dülberg im Stadtarchiv Soest.)



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